Sunday, April 12, 2015

Costa Rica - San José --> Monteverde

Ich werde recht früh wach, immerhin ist Costa Rica zeitlich 8 Stunden hinter Deutschland und teste gleich mal die Kaffeemaschine in unserem Zimmer - mein erster Costa Ricanischer Kaffee. Sehr lecker, das können sie schon mal!

Man hatte mir vorher erzählt die Costa Ricanische Küche sei wenig spektakulär, sehr reis- und bohnenlastig. Beim Frühstücksbuffet gibt es Pinto Gallo, sozusagen das Nationalgericht Costa Ricas, was ich natürlich gleich probieren muss. Schmeckt gar nicht schlecht, mal schauen wie lange. :)

Um 9 Uhr ist unser Infogespräch und der Repräsentant geht mit uns die ohnehin schon sehr ausführlichen Reiseunterlagen nochmal durch, zudem gibt es eine Karte, auf der die Tour schon eingezeichnet ist und eine große Anzahl Flyer. Und ich stelle mal wieder fest, dass ich kein Pauschaltourist bin. Zum Glück hat es sich für diese Tour dann auch damit. Wir nehmen ein Taxi zur Autovermietung.

Dort angekommen sagt man uns, das Auto sei erst für 12 Uhr gebucht und daher noch nicht fertig. Es könne noch  einige Minuten, eine halbe oder auch eine Stunde dauern. Willkommen in Mittelamerka! :) Wir setzen uns also mit Buch hin, bewundern, dass allein hinter der Theke vier Mitarbeiter sitzen, obwohl wir die einzigen Kunden sind. Zwei von ihnen essen dann auch erstmal Nachos und unterhalten sich ein wenig. Zum Glück dauert es dann gar nicht so lang bis das Auto fertig ist. Los geht's!

Schnell wird klar, dass Autofahren in Costa Rica bedeutet ständig wachsam sein zu müssen, denn es ist alles auf der Straße, was sich irgendwie fortbewegen kann und Autos wird auch keinesfalls ausgewichen, auch wenn man eindeutig der schwächere Verkehrsteilnehmer ist. Nr. 1 für mich: ein Fahrradfahrer, der urplötzlich neben dem Auto auftaucht, während ich versuche mich auf die Überquerung der Bahnschienen zu konzentrieren und dabei auf der anderen Seite nicht in den Straßengraben zu fahren. In Costa Rica fällt die Straße nämlich rechts einfach ab, auch locker mal nen halben Meter. Als nächstes sind zwei Rollstuhlfahrer auf der Straße, im Laufe des Tages wird die Sammlung noch um Fußgänger, Fahrradfahrer und Hunde sowie sonstige Tiere erweitert.

Wir durchqueren Alajuela, gehen zum ersten Mal in einen Costa Ricanischen Supermarkt- eine Mischung aus lokalen, amerikanischen und europäischen Produkten - und fahren dann weiter zum Nationalpark Volcán Poás. Supermärkte sind in Costa Rica übrigens in Größenklassen eingeteilt und gehen vom "Mini Super", einer Ruhrpottschen Bude entsprechend bis hin zum "Mega Super", einer großen Supermarktkette.

Die Straße zum Vulkan rauf haben wir vier Jugendliche auf drei Motorrädern vor uns - drei Juns, einer mit einem Mädel hinten drauf - die betont cool und lässig fahren, z. B. nebeneinander, damit einer der Typen mit dem Mädel quatschen kann oder aber um beim Fahren Selfies zu machen. 

Leider sagt man uns an der Einfahrt zum Nationalpark, dass es so neblig sei, dass man nichts sieht. Wir drehen also sofort um, dafür lohnt sich der Eintritt nicht. Wir halten in einem Restaurant zum Mittagessen in der Hoffnung, dass es in der Zwischenzeit wieder aufklart. Leider Fehlanzeige. Also fahren wir weiter Richtung Monteverde.  Dazu müssen wir erstmal zurück nach Alajuela, allzuviele Straßen gibt es in Costa Rica nicht, und das Navi beschert uns einen ordentlichen Lachflash, weil es die spanischen Straßennamen konsequent deutsch ausspricht: "124/Localknowledge Avenida 10 - Jesús Ocaña Rojas" (was ansich ja schon mal ein geiler Straßenname ist) wird "124 Schrägstrich Lokalknoofledke Avenida 10 Jesus Okanarojas" ausgesprochen. Wir kriegen uns nicht mehr ein!

Wir kommen auf die erste Autostrada, die Maut garantiert die Fußgänger- und Hundefreiheit der Straße. Das Beste: sie führt uns ein Stück vorbei am Pazifik und wir können schon mal kurz die Füße reinhalten. Angenehm warm!


Die letzten 20 KM nach Monteverde sind unbefestigte Straße, gut, dass wir Allradantrieb haben! Es staubt wie Sau, aber der Sonnenuntergang ist traumhaft schön.


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